BREXIT – LTD – OVERKILL

Das Ende der Limited in Deutschland

Mit dem Ablauf des 29.03.2019 kommt der Brexit. Die Bedingungen wurden nun zwischen der EU und Großbritannien vereinbart. Im Ergebnis bleibt es aber dabei: Der Brexit bedeutet das Ende der Niederlassungsfreiheit.

Das Ende der Niederlassungsfreiheit bedeutet zugleich auch das Ende der Deutschen Niederlassung der Limited. Mit dem Ablauf des 29. März 2019 wird es für britische Limited nicht mehr möglich sein, Niederlassungen in Deutschland (oder anderen EU-Ländern) zu unterhalten. Nach deutschem Recht besagt das also, dass die in der deutschen Niederlassung gebundene Geschäftstätigkeit unmittelbar und ohne dass es einer Handlung der Limited, ihrer Gesellschafter, des Director oder des Secretary bedarf, in eine Auffanggesellschaftsform überführt werden. Das wiederum heißt in der Praxis, dass die Gesellschafter der Limited ohne ihr Zutun mit dem Ablauf des 29.03.2019 Gesellschafter einer OHG oder einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts werden. Gibt es nur einen Gesellschafter, wird dieser zum vollhaftenden Einzelunternehmer.

Limited-Gesellschafter, die jetzt nicht handeln, sehen sich ab dem 30.03.2019 der uneingeschränkten persönlichen Haftung für die Verbindlichkeiten der deutschen Niederlassung der Limited konfrontiert. Die bis jetzt mögliche Lösung der Umwandlung der deutschen Niederlassung in eine deutsche GmbH (auch in die UG) oder Aktiengesellschaft ist mit erheblichen Kosten – nicht zuletzt für das aufzubringende Stammkapital – verbunden. Überdies sind für den Prozess mehrere Monate anzusetzen. Zwingend notwendig wäre es aber, dass die Umwandlung noch vor dem Ablauf des 29.03.2019 im Handelsregister eingetragen wird.

Was bedeutet das für die Praxis?

Limited-Gesellschafter müssen schnellstens handeln. Soweit die notwendigen finanziellen Mittel für eine Umwandlung zur Verfügung stehen, sollte dies unbedingt versucht werden. Alternative Szenarien sind – angepasst an betriebliche Notwendigkeiten – verfügbar: Sie reichen vom Unternehmensverkauf bis zur Schließung oder Insolvenz. Wir prüfen gerne Ihre Möglichkeiten und beraten Sie, welcher Weg für Sie der wirtschaftlich sinnvollste ist.

Mit Fragen wenden Sie sich an Ihren Ansprechpartner Herrn Rechtsanwalt Michael Hemmerich, LL.M., Fachanwalt für Gesellschaftsrecht unter info(at)mhanwaelte.de, Tel: 069 5308750




Geschrieben von:
Michael Hemmerich, LL.M.

Michael Hemmerich, LL.M.

Michael Hemmerich, LL.M.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Mediator und Sanierungsberater (BRSI)

Rechtsanwalt Michael Hemmerich ist als Rechtsanwalt und Fachanwalt für
Handels- und Gesellschaftsrecht zugelassen. Er ist Wirtschaftsmediator
und zertifizierter Sanierungsberater. Er spricht Deutsch und Englisch.
Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Beratung von Gesellschaftern und
Gesellschaften in Krisen- und Konfliktsituationen.

Er berät darüber im insolvenznahen Bereich. Dabei ist er spezialisiert auf Distressed M&A Transaktionen, wie die Sanierung oder den Kauf in der Krise. Er unterstützt Gesellschafter, Banken oder Gläubiger im Insolvenzrecht und vertritt sie z.B. bei der Durchsetzung oder Abwehr von Anfechtungsansprüchen außergerichtlich und vor Gericht.

Rechtsanwalt Hemmerich ist zudem von der Bundesvereinigung Restrukturierung, Sanierung und Interim Management (BRSI) zertifizierter Sanierungsberater. Als Mediator und Wirtschaftsmediator verfügt Michael Hemmerich über eine breite Palette an Instrumenten zur Konfliktlösung.


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