Vom Kopf auf die Füße ...

Hinweis-Warnpflicht des Steuerberaters

Mit seiner Entscheidung vom 26.01.2017 – IX ZR 285/14 stellt der Bundesgerichtshof (BGH) das Haftungsrecht der Steuerberater bei der Erstellung von Jahresabschlüssen vom Kopf auf die Füße.

Er greift dabei auf Althergebrachtes zurück: „Der mit der Erstellung des Jahresabschlusses beauftragte Steuerberater schuldet grundsätzlich einen den handlungsrechtlichen Vorschriften entsprechenden, die Grenzen der zulässigen Gestaltungsmöglichkeiten, nicht überschreitenden und in diesem Sinne richtigen Jahresabschluss.“

Der Steuerberater hat im vorliegenden Hinblick auf die Insolvenz bei der Bearbeitung seines Mandats zur Erstellung des Jahresabschlusses zweierlei Aufgaben:
Er muss überprüfen, ob überhaupt noch ein Ansatz von Fortführungswerte in der Bilanz in Betracht kommt. Zwar kann er selbst bei Zweifeln an der Überlebensfähigkeit des Unternehmens die Bilanz mit Fortführungswerten erstellen, ergibt sich aber für den Steuerberater, dass ein weiter-so objektiv nicht in Betracht kommt, muss er von Fortführungs- zu Liquidationswerten wechseln. Der Prognosezeitraum erstreckt sich dabei regelmäßig auf das auf den Abschlussstichtag folgende Geschäftsjahr. Interessant ist, dass der BGH festhält, dass „die aktive Teilnahme am Wirtschaftsleben allein auch bei rückblickender Betrachtung nicht zum Nachweis einer künftigen Unternehmensfortführung“ ausreicht.

 Bei Fragen rund um dieses Thema steht Ihnen Rechtsanwalt und Wirtschaftsmediator Michael Hemmerich gerne zur Verfügung. Er ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Zertifizierter Sanierungsberater (BRSI), erreichbar unter der Email mh(at)mhanwaelte.de oder telefonisch unter +49 (0) 69 530875-0.




Geschrieben von:
Michael Hemmerich, LL.M.

Michael Hemmerich, LL.M.

Michael Hemmerich, LL.M.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Mediator und Sanierungsberater (BRSI)

Rechtsanwalt Michael Hemmerich ist als Rechtsanwalt und Fachanwalt für
Handels- und Gesellschaftsrecht zugelassen. Er ist Wirtschaftsmediator
und zertifizierter Sanierungsberater. Er spricht Deutsch und Englisch.
Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Beratung von Gesellschaftern und
Gesellschaften in Krisen- und Konfliktsituationen.

Er berät darüber im insolvenznahen Bereich. Dabei ist er spezialisiert auf Distressed M&A Transaktionen, wie die Sanierung oder den Kauf in der Krise. Er unterstützt Gesellschafter, Banken oder Gläubiger im Insolvenzrecht und vertritt sie z.B. bei der Durchsetzung oder Abwehr von Anfechtungsansprüchen außergerichtlich und vor Gericht.

Rechtsanwalt Hemmerich ist zudem von der Bundesvereinigung Restrukturierung, Sanierung und Interim Management (BRSI) zertifizierter Sanierungsberater. Als Mediator und Wirtschaftsmediator verfügt Michael Hemmerich über eine breite Palette an Instrumenten zur Konfliktlösung.


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